Der Gemeindeverwaltungsverband Raum Weinsberg (Weinsberg, Ellhofen, Lehrensteinsfeld und Eberstadt) arbeitet seit Ende 2024 an einer ganzheitlichen Energie- und Klimaschutzstrategie (kurz: GEK-Strategie). Damit reagieren die Kommunen auf die Herausforderungen des Klimawandels und die fehlenden Klimaschutz-Fachkräfte. Die Strategie verfolgt das Ziel, die vielen Einzelmaßnahmen, die aus den ambitionierten, politischen Zielen zur Erreichung der Klimaneutralität resultieren, im ganzheitlichen Sinne auf kommunaler Ebene zu koordinieren. Die beauftragte Firma NE4T GmbH übernimmt dabei zentrale Aufgaben wie Beratung, fachliche Begleitung von anderen Projekten im Bereich Klimaschutz und die Erarbeitung sowie Verknüpfung strategischer Maßnahmen.
Wesentliche Fortschritte im ersten Projektjahr:
1. Bestandsaufnahme & Analysen
Im ersten Schritt wurde eine umfassende Ist-Analyse erstellt. Dazu gehörten die Sichtung vorhandener Daten und Projekte, erste GIS-gestützte Flächenanalysen, die Erfassung vorhandener erneuerbarer Energieanlagen sowie der Aufbau eines Netzwerks aller relevanten Akteure im Klimaschutz in der Region.
2. Kommunale Wärmeplanung
Die sieben Gemeinden des „Konvoi Weinsberg“ (GVV-Kommunen plus Löwenstein, Erlenbach, Wüstenrot) erstellen derzeit gemeinsam einen kommunalen Wärmeplan. Beauftragtes Planungsbüro ist die EnergyEffizienz GmbH in Kooperation mit der Greenventory GmbH. Der Wärmeplan dient künftig als strategisches Planungsinstrument für die klimaneutrale Energieversorgung und lässt keinerlei Rückschlüsse auf Energieverbrauch und Energieversorgung einzelner Bürger/-innen oder auf den Geschäftsbetrieb von Unternehmen zu. Die Erstellung des Wärmeplans wird fachlich und inhaltlich durch die Fa. NE4T GmbH begleitet, um frühzeitig Synergien mit anderen Klimaschutzaktivitäten identifizieren zu können.
3. Zukunft der Weinberge
Ein besonders dringliches Anliegen ist die zunehmende Verbrachung von Weinbergsflächen. In enger Zusammenarbeit mit Bauämtern und Winzerschaft wurden mögliche alternative Nutzungskonzepte angestoßen. Vorgeschlagen wird u. a. die Umwandlung brachliegender Flächen in artenreiche Blühwiesen, deren Pflegebiomasse in späteren Planungsschritten energetisch genutzt werden könnte. Das Projekt hat ökologische, touristische und energetische Vorteile und wird weiter konkretisiert vor allem auch im Hinblick auf Finanzierungsmöglichkeiten über Fördermittel.
4. Klimaanpassung & Beratung
In den GVV-Gemeinden wurden erste Beratungen zu klimaresilienter Bepflanzung durchgeführt. Baumlisten und Empfehlungen für konkrete Standorte können in der Folge konkretisiert werden. Parallel wurden zahlreiche Förderprogramme recherchiert, die den Gemeinden in Zukunft bei Investitionen in Energie, Klimaschutz, Naturschutz und Infrastruktur bei der Umsetzung helfen sollen.
6. Öffentlichkeitsarbeit
Seit Mai 2025 ist eine eigene GEK-Website online, die auf den jeweiligen Gemeindeseiten einsehbar ist. Hier können sich Bürgerinnen und Bürger informieren und Fragen zu Klimaschutzthemen stellen, die zeitnah unter der Rubrik „FAQs“ ausführlich beantwortet werden. Im Oktober 2025 fand in der Klimaarena Sinsheim eine große Veranstaltung für Gemeinderäte und Angestellte aus der Verwaltung der Rathäuser statt, in der die Klimaschutzthemen gezielt ins Bewusstsein der Teilnehmer gerückt wurde. Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit der Make it GmbH geplant und durchgeführt.
Ausblick
Die Weinsberger Kommunen sind auf einem guten Weg zur klimafreundlichen Energieversorgung und nachhaltigem Wirtschaften. In den folgenden Monaten liegt der Fokus auf der Verknüpfung der Wärmeplanung mit weiteren Klimaschutzthemen, auf der Ausarbeitung konkreter Handlungsempfehlungen sowie auf der Weiterentwicklung eines zukunftsfähigen Weinberg-Konzepts. Kooperation, vorausschauende Planung und die aktive Einbindung der regionalen Akteure bleiben die zentralen Erfolgsfaktoren.
Bei allen Fragen und Anregungen rund um das Thema Klimaschutz können Sie sich gerne an das Team der New Engineering for (4) Tomorrow GmbH (NE4T) wenden. Auf der Internetseite Ihrer Gemeinde sind weitere Informationen für Sie bereitgestellt.
Die kommunale Wärmeplanung ist seit der Novellierung des Klimaschutzgesetzes Baden-Württemberg im August 2025 nun verpflichtend für alle Gemeinden durchzuführen. Für das Weinsberger Tal ist die Erstellung des Wärmeplans schon seit Ende 2024 in vollem Gange – noch auf Grundlage einer geförderten, freiwilligen kommunalen Wärmeplanung. Die EnergyEffizienz GmbH in Kooperation mit der Greenventory GmbH erstellt für die Konvoi-Kommunen Weinsberg, Eberstadt, Ellhofen, Lehrensteinsfeld, Löwenstein, Erlenbach und Wüstenrot einen gemeinsamen Wärmeplan, um gezielt Synergien nutzen zu können. Mittlerweile sind die Bestandsaufnahme und die Potenzialanalyse für die sieben Gemeinden abgeschlossen. Die Ergebnisse wurden am Abend des 26.11.2025 in der Baukelter Weinsberg der Öffentlichkeit vorgestellt. Der kommunale Wärmeplan ist als strategisches Planungsinstrument zu verstehen, er lässt keine Rückschlüsse auf Energieverbrauch und Energieversorgung einzelner Bürger/-innen oder auf den Geschäftsbetrieb von Unternehmen zu. Er dient als Orientierungsgrundlage für weitere Schritte auf dem Weg zur Klimaneutralität. Bei allen Fragen und Anregungen rund um das Thema Klimaschutz können Sie sich auch gerne an das Team der New Engineering for (4) Tomorrow GmbH (NE4T) wenden. Nutzen Sie dafür bitte das Kontaktformular unter dem Reiter „Stellen Sie uns eine Frage“.
Ergebnisse aus den einzelnen Gemeinden. Foto: Täumer, V.
Ja, eine Reduzierung von Schottergärten kann zum Klimaschutz beitragen, vor allem wenn eine CO2-speichernde Begrünung in der Folge geplant wird. In erster Linie ist die Begrünung von Gärten als Klimaanpassungsmaßnahme zu werten. Neben dem Ziel, die Artenvielfalt zu fördern, sind das die Gründe, warum Baden-Württemberg das Verbot von Schottergärten bereits im August 2020 im Landesnaturschutzgesetz verankert hat. Das konkretisiert den Passus in §9 der Landesbauordnung in dem es heißt, dass nicht überbaute Flächen zu begrünen sind. Im Folgenden sind Gründe aufgeführt, die für einen Rückbau von geschotterten Gärten hin zu begrünten Gärten sprechen:
1. Förderung der Artenvielfalt
Schottergärten bieten kaum Lebensraum für Insekten, Vögel oder andere Tiere. Begrünte Flächen hingegen fördern die Biodiversität, insbesondere von Bestäubern wie Bienen, die für funktionierende Ökosysteme von entscheidender Bedeutung sind. Ein naturnah gestalteter Garten maximiert diesen Effekt.
2. Verbesserung des Mikroklimas
Pflanzen verdunsten Wasser (Evapotranspiration) und bieten Schatten, was zur Kühlung beiträgt. Schotterflächen heizen sich stark auf und tragen zur sogenannten städtischen Wärmeinsel bei – also höheren Temperaturen in bebauten Gebieten. Die aufgeheizten Steine strahlen die Wärme noch Stunden nach Sonnenuntergang ab, während eine begrünte Fläche ein angenehmes Mikroklima fördert. Das trägt nicht zuletzt auch zur menschlichen Gesundheit bei.
3. CO₂-Bindung durch Pflanzen
Pflanzen nehmen CO₂ auf und binden es in ihrer Biomasse. Schottergärten leisten hier gar keinen Beitrag – im Gegenteil: die Produktionsprozesse und der Transport der Steine verursachen CO₂-Emissionen.
4. Wasserrückhalt bei Starkregenereignissen
Begrünte Flächen nehmen Regenwasser auf und führen es langsam dem Grundwasser zu. Schottergärten hingegen sind oft mit Folien oder Vlies unterlegt, wodurch Wasser schlecht versickert. Das erhöht bei Starkregen das Risiko von Überschwemmungen und strapaziert zusätzlich die Aufnahmekapazität der Kanalisation.
5. Weniger Pflegeaufwand und -energie
Obwohl als „pflegeleicht“ vermarktet, benötigen Schottergärten oft Laubbläser, Unkrautvernichter oder Hochdruckreiniger, was energieintensiv und umweltschädlich ist. Bodendeckende Pflanzen, standortangepasst eingesetzt, können den Pflegeaufwand wesentlich reduzieren.
Um Anliegen in Bezug auf Schottergärten und deren Rückbau kümmert sich die Baurechtsbehörde der Landratsämter sowie der Städte bzw. Gemeinden. Weiterführende Informationen finden Sie auch bei den Naturschutzverbänden (NABU, BUND). Hier können Sie auch Informationen erhalten, welche Förderprogramme aktuell für Rückbaumaßnahmen von Schottergärten für Sie von Bedeutung sind.
Beispiel eines naturnah gestalteten Gartens mit extensiver Bepflanzung. Quelle: Stadt Bornhein 2025
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Müssen Hauseigentümer ihre Heizsysteme umstellen?
Die Wärmeplanung selbst verpflichtet noch nicht zum Handeln. Sie ist jedoch eine Entscheidungsgrundlage für spätere politische Vorgaben oder Förderentscheidungen.
Was passiert mit bestehenden Öl- oder Gasheizungen?
Die Wärmeplanung zeigt langfristige Entwicklungen auf. Eigentümer sind nicht sofort zu Veränderungen verpflichtet, können sich aber frühzeitig auf Veränderungen vorbereiten.
Welche Wärmequellen werden berücksichtigt?
Erneuerbare Energien wie Solarthermie, Geothermie, Umweltwärme, Biomasse sowie Abwärme und KWK-Anlagen werden geprüft
Warum ist Wärmeplanung wichtig?
Die Wärmeplanung zeigt langfristige Entwicklungen auf. Eigentümer sind nicht sofort zu Veränderungen verpflichtet, können sich aber frühzeitig auf Veränderungen vorbereiten.
Wer ist zur Wärmeplanung verpflichtet?
Abhängig vom Bundesland und der Einwohnerzahl sind bestimmte Kommunen gesetzlich verpflichtet, eine Wärmeplanung zu erstellen (z. B. in Baden-Württemberg ab 20.000 Einwohnern). Künftig gilt bundesweit das Wärmeplanungsgesetz (WPG).
Was ist kommunale Wärmeplanung?
Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategisches Instrument, mit dem Städte und Gemeinden den Weg zur klimaneutralen Wärmeversorgung planen. Ziel ist es, den Wärmebedarf langfristig nachhaltig und effizient zu decken.