Ja, eine Reduzierung von Schottergärten kann zum Klimaschutz beitragen, vor allem wenn eine CO2-speichernde Begrünung in der Folge geplant wird. In erster Linie ist die Begrünung von Gärten als Klimaanpassungsmaßnahme zu werten. Neben dem Ziel, die Artenvielfalt zu fördern, sind das die Gründe, warum Baden-Württemberg das Verbot von Schottergärten bereits im August 2020 im Landesnaturschutzgesetz verankert hat. Das konkretisiert den Passus in §9 der Landesbauordnung in dem es heißt, dass nicht überbaute Flächen zu begrünen sind. Im Folgenden sind Gründe aufgeführt, die für einen Rückbau von geschotterten Gärten hin zu begrünten Gärten sprechen:

1. Förderung der Artenvielfalt
Schottergärten bieten kaum Lebensraum für Insekten, Vögel oder andere Tiere. Begrünte Flächen hingegen fördern die Biodiversität, insbesondere von Bestäubern wie Bienen, die für funktionierende Ökosysteme von entscheidender Bedeutung sind. Ein naturnah gestalteter Garten maximiert diesen Effekt.

2. Verbesserung des Mikroklimas
Pflanzen verdunsten Wasser (Evapotranspiration) und bieten Schatten, was zur Kühlung beiträgt. Schotterflächen heizen sich stark auf und tragen zur sogenannten städtischen Wärmeinsel bei – also höheren Temperaturen in bebauten Gebieten. Die aufgeheizten Steine strahlen die Wärme noch Stunden nach Sonnenuntergang ab, während eine begrünte Fläche ein angenehmes Mikroklima fördert. Das trägt nicht zuletzt auch zur menschlichen Gesundheit bei.

3. CO₂-Bindung durch Pflanzen
Pflanzen nehmen CO₂ auf und binden es in ihrer Biomasse. Schottergärten leisten hier gar keinen Beitrag – im Gegenteil: die Produktionsprozesse und der Transport der Steine verursachen CO₂-Emissionen.

4. Wasserrückhalt bei Starkregenereignissen
Begrünte Flächen nehmen Regenwasser auf und führen es langsam dem Grundwasser zu. Schottergärten hingegen sind oft mit Folien oder Vlies unterlegt, wodurch Wasser schlecht versickert. Das erhöht bei Starkregen das Risiko von Überschwemmungen und strapaziert zusätzlich die Aufnahmekapazität der Kanalisation.

5. Weniger Pflegeaufwand und -energie
Obwohl als „pflegeleicht“ vermarktet, benötigen Schottergärten oft Laubbläser, Unkrautvernichter oder Hochdruckreiniger, was energieintensiv und umweltschädlich ist. Bodendeckende Pflanzen, standortangepasst eingesetzt, können den Pflegeaufwand wesentlich reduzieren.
Um Anliegen in Bezug auf Schottergärten und deren Rückbau kümmert sich die Baurechtsbehörde der Landratsämter sowie der Städte bzw. Gemeinden. Weiterführende Informationen finden Sie auch bei den Naturschutzverbänden (NABU, BUND).  Hier können Sie auch Informationen erhalten, welche Förderprogramme aktuell für Rückbaumaßnahmen von Schottergärten für Sie von Bedeutung sind.

Beispiel eines naturnah gestalteten Gartens mit extensiver Bepflanzung. Quelle: Stadt Bornhein 2025

Der/die Klimamanager*in ist diejenige Person, die das Klimaschutz- oder Klimaanpassungs-Management auf (kommunaler) Ebene betreut. Klimamanager*innen sind dabei eine heterogene Gruppe in Bezug auf ihren beruflichen Hintergrund. Neben Fachkräften mit einem technischen Hintergrund, die entsprechend auch eher technische Projekte realisieren, gibt es auch z. B. Sozialwissenschaftlicher*innen, deren Schwerpunkte eher in der Moderation und der Veranstaltungsorganisation liegen. Alle Klimamanager*innen müssen gewisse Grundkenntnisse und Fähigkeiten haben: Wissen um Klimawandel und Maßnahmen Klimaschutz/Klimaanpassung, Fachwissen zu: Erneuerbaren Energien, Stadtplanung, Bauen/Sanieren, Umweltpsychologie, Verständnis zu den (kommunalen) Handlungsoptionen und Entscheidungswegen, Wissen rund um Fördermöglichkeiten und Beantragung von Fördermitteln, Wissen rund um Projektmanagement und strategisches Veränderungsmanagement, Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung, Moderation und Gesprächsführung.

Erneuerbare Energien wie Solarthermie, Geothermie, Biomasse oder Abwärme aus Industrieprozessen sind zentrale Bausteine der kommunalen Wärmeplanung. Sie ersetzen fossile Brennstoffe und reduzieren den ökologischen Fußabdruck der Energieversorgung.

Die Verantwortung liegt in der Regel bei den Kommunen, oft in Zusammenarbeit mit lokalen Energieversorgern, Fachplanern und Bürger:innen. In vielen Ländern gibt es gesetzliche Vorgaben, die Kommunen verpflichten, eine Wärmeplanung zu erstellen.


Was ist kommunale Wärmeplanung?

Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategischer Prozess, bei dem Städte und Gemeinden Konzepte entwickeln, um die Wärmeversorgung effizienter, nachhaltiger und klimafreundlicher zu gestalten. Sie berücksichtigt dabei lokale Gegebenheiten, wie den Energiebedarf, bestehende Infrastrukturen und potenzielle erneuerbare Energiequellen.

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